Vergleiche analoger und digitaler Geräte offenbaren zunächst die scheinbare Trägheit der Digitalkameras im Gegensatz zu ihren analogen Vorgängern. Letztere müssen nicht erst eine Software hochfahren, um betriebsbereit zu sein, zudem ist auch keine Auslöseverzögerung zu bemängeln – ein häufiges Defizit der durchschnittlichen, kompakten Digitalkameras. Bessere Modelle digitaler Kameras haben gerade auf diesem Gebiet nachgeholt, digitale Spiegelreflexkameras werben gerade mit einer schnellen (“in drei Sekunden”) Einsatzbereitschaft. Teure Profikameras haben mittlerweile dieselbe Reaktionszeit wie analoge.
LCD-Monitor/Messsucher
Mit der Durchsetzung des digitalen Mediums haben sich auch die LCD-Monitore etabliert, ein kleiner Bildschirm, der das durch den Sucher der Kamera eingefangene Bild digital und “live” darstellt. Nachteilig wirkt sich der Monitor auf die Stabilität der Kamera aus, denn sie muss vom Gesicht und Körper weg gehalten werden. Die klassische Sucherfunktion (Messsucher) – das Auswählen des Bildausschnitts durch den Sucher – verlangt, die Kamera vor das Auge zu halten, was eben eine höhere Stabilität beinhaltet. Die Sichtverhältnisse sind hingegen eingeschränkter im Vergleich zum LCD Monitor. Gleichzeitig ist der LCD Monitor einer der meist Strom verbrauchenden Komponenten von digitalen Kameras.
Spiegelreflexkameras – ob mit oder ohne LCD-Monitor – lassen sich hingegen leichter Stabilisieren, da sie mit dem größeren Objektiv eine weitere Griffstelle anbieten.
Viele Nutzer halten ihre Kamera schlicht falsch, was schade ist, da durch das Beachten einiger weniger Regeln, bessere Fotos erzielt werden können, zumal die Anzahl der verwackelten und unscharfen Aufnahmen deutlich zurückgeht.
Praktische Tipps – Das richtige Halten der Kamera
1. Die Spiegelreflexkamera sollte ihren Gewichtsschwerpunkt auf der linken Hand haben, während sie den Fokusring des unterhalb umschließen. Die rechte Hand stabilisiert und führt die Kamera zugleich. Der Zeigefinger der rechten Hand sollte auf dem Auslöser liegen, während der Daumen die Kamera von hinten und die drei verbleibenden Finger sie von vorne umschließen.
2. Nutzer von digitalen Kompaktkameras, die fast ausschließlich mit dem LCD-Monitor arbeiten, sollten unbedingt darauf achten, die Kamera nicht zu weit vom Körper, bestenfalls vor das Gesicht, zu halten (ca. 30 Zentimeter). Dabei ist es hilfreich die Ellenbogen an den Körper anzulehnen, da somit mehr Stabilität erreicht wird.
3. Nicht immer hat man ein Stativ zur Hand, welches aber für bestimmte Aufnahmen (bei Teleobjektiven und langen Brennweiteneinstellungen) vorteilhaft ist. Hier kann das richtiges Anlegen, Abstützen und Positionieren der Kamera ganz einfach Abhilfe leisten. Hierfür eignet sich ein kompaktes Element, an das man sich mit dem Körper (Arm, Schulter) und der Kamera in beiden Händen anlehnen kann. Die Stabilität ist sichtbar heraufgesetzt im Gegensatz zum einfachen Schießen aus der Hand. Die Arme eignen sich auch im Hocken, durch Abstützen des Ellenbogens auf dem angewinkelten Knie und haben den schnellen Effekt eines Stativs.
Aufnahmen bei Nacht sollten hingegen immer von einem Stativ aufgenommen werden.
4. Von Vorteil ist zudem, die Funktionen seiner Kamera zu kennen. Nicht nur technisch sondern auch in deren Handhabung. Wo befindet sich welche Funktion? Versuchen Sie ihre Kamera auch im Dunkeln ohne Licht bedienen zu können, es wird Ihnen das unkomplizierte und spontane Fotografieren erleichtern. Sie können dies ganz einfach üben, wie ein Fußballspieler, der in einer Trainingseinheit 100 Flanken von rechts schlägt. Dann wissen sie automatisch wo bspw. bei einem Umschaltring, welche Funktion liegt.
5. Auch wenn sich dies übertrieben anhören sollte, versuchen Sie einmal während des Fotografierens auf ihre Atmung zu achten. Sie werden es nicht für möglich halten, was das Ein- und Ausatmen für Bewegung am gesamten Körper auslöst und somit in die Bewegung der Kamera übertragen wird.
Diese recht überschaubaren und leicht umzusetzenden Tipps werden die Qualität ihrer Bilder steigern. Je nach Modell ihrer Kamera und persönlichen Vorlieben, wird sich natürlich das Handling ihrer Kamera verändern. Die Grundvoraussetzung für das Fotografieren, die Stabilität, ist nun gegeben.