Die wohl wichtigste metallurgische Grundlage für Aluminiumkonstruktions-werkstoffe bei Aushärtungsprozessen wurde vor 110 Jahren von Alfred Wilm (25.06.1869-06.08.1937) patentiert. Seitdem wurden durch die Weiterentwicklung von wissenschaftlichen Methoden und den theoretischen Erkenntnissen, neue Einsichten und Perspektiven in der Aluminiumverarbeitung gewonnen. Der Einsatz von Aluminium ist bspw. im Fahrzeugbau derart gestiegen, dass ganze Karosserien aus dem Werkstoff bestehen, ohne dass dabei seine Tauglichkeit in Frage zu stellen. Die Automobilbranche hat hier die Rolle der Luft- und Raumfahrttechnik eingenommen. Aluminium scheint allgegenwärtig zu sein, zumal der deutsche Markt mengenmäßig der größte in Europa ist. Doch der Schein trügt.
In den Neunziger Jahren kam es zu einem Ausverkauf der Aluminiumhüttenindustrie (engl. aluminium smelting industry), einer der wichtigsten Förderer der Forschung und Entwickler von Aluminium. Durch die ausländische Übernahmen wurde die Aluminiumforschung fremdgesteuert und der Abstand von Forscher und Anwender immer größer. Ob die Aluminiumforschung an den deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen kompensiert werden kann, ist äußerst fraglich. Möglich erschiene ein eigens für die Aluminiumforschung einzurichtender Lehrstuhl – doch auch hier fehlt das nötige Geld und die Beteiligung von Fachleuten an der Steuerung der nationalen und internationalen Gemeinschaftsforschung. Die Hoffnung liegt auf der mittelständischen Aluminiumindustrie, die ihr anzubietende Rolle anzunehmen, die Zukunftssicherung gemeinschaftlich zu gestalten. Dadurch könnte auch eine neue Faszination mit dem Werkstoff einhergehen, denn Aluminium hat weiterhin Potential und ist keinesfalls ausgeschöpft. Der Axel-Springer Verlag hat 2007 ein Buch in einer völlig neu überarbeiteten 2. Ausgabe herausgebracht, welches sich neben der aktuellen Entwicklung in der Aluminiumforschung, mit dem Werkstoff derart detailliert auseinandersetzt, dass es jetzt schon zu einem Nachschlagewerk und erstklassigen Lehrbuch anzusehen ist. (Ostermann, Friedrich: Anwendungtechnologie Aluminium. 2. Auflage. Axel-Springer-Verlag. Berlin/Heidelberg 2007) Das Interesse an dem vielseitigem Metall ist dank der Nachfrage der Automobil- sowie Luft- und Raumfahrtbranche gewachsen.
Phantasie, Kreativität, Nutzen und die Weiterentwicklung diese Werkstoffs würde sich – und das ist sicher – in Zukunft auszahlen. Denn nicht nur die Luft- und Raumfahrt oder die Automobilbranche bedient sich dieses universellen Leichtmetalls. Aluminium ist in zahlreichen Bereichen vorhanden, sei es im Verpackungssektor, im Leichtfahrradbau oder im Design als Werkstoff für Alu-Bilderrahmen.